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Ob dass wohl in den FIWUS gehört?

Karl Jürgen Scheu, geb. am 24.03.1962, Beruf Koch – dass sind erst mal die Fakten.

Er stand in der Kälte, ich habe , ohne groß nachzudenken, geholfen und wurde verarscht. Wieder einmal.

Es begann am 10.11.2012. Am Abend des vorherigen Tages wurde ich von einem Bekannten gebeten, ob ich vielleicht wüsste, wie ein Mensch kurzfristig zu einem Dach über dem Kopf kommt. Für die damalige Nacht hatte er wohl noch einen Bleibe, also verabredeten wir uns für den nächsten Vormittag.

Der wichtige Rest steht hier: (…)

Danziger Str., Passau – und die ‘innere’ Fassade

Viel operative Hektik im Obdachlosenasyl. Es kommen ja immer auch mal Besucher, die sollen durch die Äußerlichkeiten wohl ‘beeindruckt werden.

Sie malern und streichen, sie bauen eine Hollywoodschaukel aus Holz. Beschäftigt sind 1-€uro-Jobber. Der Besitzer des Hauses, die WGP, hübscht nach Außen hin das Haus auf. Es werden Gelder verbraten nicht für die wirklich wichtigen Unzulänglichkeiten. Geländer im Treppenhaus werden mit einer kackgelben Farbe gestrichen, die Wände mit einem hellen Gelb-Orange.

Die Sanitäranlagen (hier die Duschkabine) gammeln weiter vor sich hin:

Duschkabine1neu

Der Duschkopf (nächstes Bild) ist völlig verkalkt und absolut unbeweglich, aber für die Verantwortlichen offenbar nicht wichtig genug, die vorrangig zu ändern. Besucher sehen so was recht selten, wenn überhaupt.

Duschkopf_neu

Die sogenannte Mischbatterie ist eine echte ‘Krankheit’. Man muss drücken, damit Wasser kommt und bekommt natürlich, da man ja direkt drunter steht, die ersten Wasserstrahlen eiskalt serviert, Sommer wie Winter. Der Clou kommt aber erst; nach dem Einschalten läuft das Wasser genau eine Minute, denn schaltet es ‘automatsch’ ab (wird wohl als sogenannte Sparsamkeit verkauft), ein kontinuierliches Waschen ist somit nicht möglich.

Im Winter gleichen die Sanitärräume eher Großraum-Kühlräume und da wird selbst einfaches Kacken zum Überlebenstrip.

Für mich persönlich hat man nach Intervention meinerseits eine Haltestange auf der rechten Seite der Kabine befestigt, damit ich mich festhalten kann, aber keines der Grundübel beseitigt, welche ein sicheres und ausgiebiges Duschen gewährleistet.

Zweite sogenannte ‘Unzulänglichkeit’ ist der Energieverbrauch in den Sanitärräumen. Es sind wohl jeweils drei Leuchtstoffröhren installiert, aber wenn die einmal geschaltet sind, bleiben sie natürlich an. Strom kommt ja aus der Steckdose und die Stadt bzw. der Staat zahlt ja; ist für die meisten Insassen eine bequeme Einstellung. Obwohl ich mich bemühe, dieses Denken bei mir nicht aufkommen zu lassen, denn genau solche Einstellungen sind der Anfang vom Ende, so bin ich doch fast machtlos und kann nur jedes Mal, wenn ich die Sanitäreinrichtungen aufsuche, beim Verlassen alle Stromquellen abschalten. Aufregen hilft da schon lange nicht mehr. Mit der Hausleitung habe ich wohl schon darüber gesprochen, aber gegen Ignoranz und Angst vor Jobverlust ist wohl kein Kraut gewachsen. Dafür wird jetzt viel Zeit und natürlich auch Geld für die sogenannten ‘Äußerlichkeiten’ aufgewandt. Für uns ‘Penner’ sind echte Innovationen sowie wie Perlen vor die Säue geworfen.

Mit echter Menschenwürde nicht vereinbar.

Auch sogenannte Obdachlose haben Menschenwürde

Ich habe heute mehr als einmal überlegt, diesen Beitrag schon früher zu veröffentlichen, denn geschrieben wurde er schon am Samstag, den 04.02.2012, aber ich wollte dem Geschäftsführer der Haus-Inhaber-Gesellschaft aus Gründen der Fairness die Möglichkeit einer Stellungnahme geben. Diese Möglichkeit wurde nicht genutzt, da man offensichtlich nicht der Meinung ist, mit ‘Pennern’ überhaupt in einen Dialog zu treten. Ich bin mir schon bewusst, dass wir vom FIWUS den Verbreitungsgrad einer Bild-Zeitung haben und dadurch auch keinen besonderen Eindruck hinterlassen, aber jetzt stehen die Fakten nun mal im Internet und werden doch so manchen Menschen zum Nachdenken bringen. Weiterlesen