Archiv der Kategorie: Rückblick/Retro

Der Umstieg

In Zeiten von Smartphones und Tablet-Computern? kann so ein Beitrag (übrigens der 1000. im FIWUS) über ein Betriebssystem für einen normalen Computer eigentlich nur noch wie ein Anachronismus wirken, denn der Umbruch hat ja schon längst angefangen und besonders die jungen Nutzer sind zum Teil heute schon nicht mehr in der Lage, auf Grundlage von Hard- und Software ‘zu denken’ und sich diese Kenntnisse dann auch entsprechend anzueignen. Bei einem Blick in die Computer-Foren-Landschaft wird das recht schnell deutlich, besonders bei den Fragen, die dann auf einmal gestellt werden. Grundlagenwissen ist einfach nicht mehr gefragt. Ein anderer Schritt im Computerbereich ist die sogenannte “Cloud” und ihre Ableger im Hard- und Softwarebereich, denn dann wird alles, vom Betriebssystem bis zu den erstellten Daten im Internet quasi abgelegt und man muss sich dann eigentlich nur noch die Sorgen machen, wer danach alles Zugriff auf die Daten hat, besonders, wenn sie hoch sensibel sind. (Hinweis für Neueinsteiger im FIWUS: die blau unterlegten Schriften sind Links zu anderen Beiträgen in Internet und sie werden niemals zu Seiten führen, die gefährlich sein könnten).

Der wichtige Rest steht hier: (…)

Jubelarien in den Medien?

Dieser Tage ‘feiern’ WIR ein Jubiläum, auf dass wir in Deutschland gerne mehr als nur verzichten könnten.

HARTZ IV wird 10 Jahre alt, vom Standpunkt der ‘Ausarbeitung’ gesehen. Eingeführt und scharf geschaltet wurde es ja erst am 01. Januar 2005. Ein Kanzler, der nach einem Eintrag in den Geschichtsbüchern giert, lässt einen verurteilten Verbrecher ein Verbrechen am deutschen Volk begehen, indem das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes einfach außer Kraft gesetzt wird. Weiterlesen

Ein Erinnern

Tarifverhandlungen, Armutsdebatte, Fiskalunion, €uro-Krise, Geldflut, Pflegenotstand und Pflegereform, Integrationsdebatte, Energiewende, Atomausstieg, Neuwahlen, Niedriglohn, politische Parteien, Datenschutz, Naziterror, Schlecker-Insolvenz uvm. und jetzt auch noch ein Lied im Kopf, dass heute noch genauso aktuell ist wie 1965. Weiterlesen

Wie verhält man sich am besten bei Schulden, …

… welche man in 40 Jahren so insgesamt angehäuft hat?

Ich bin solch ein Schuldner. Angefangen hat es 1972 mit einem sogenannten Klein-Kredit, als ich gerade in München meinen ersten Job antrat. 3000.—Mark oder waren es nur 2000.—Mark Kredit?, ich weiß es nicht mehr, den Rückzahlungsbetrag weiß ich auch nicht mehr, dafür ist zu viel Zeit vergangen, zu viel ist passiert, Unterlagen gibt es schon ewig nicht mehr. Wenn ich nicht krank geworden wäre, hätte ich es ja möglicherweise geschafft, das Geld zurück zu zahlen, aber mir klebte damals das Pech an der Hacke. Krank, Jobverlust, Pleite. Auch habe ich mich dann nach meinem Wohnungsverlust durch die Wohnungen von Freunden und Bekannten gepennt. Weiterlesen

Rückblick: Deutschland ist tot.

Ein Artikel des Eifelphilosophen, der am 6. August 2009 im Muskelkater erschien und heute noch hochaktuell ist.

Das ist eine betrübliche Nachricht. Jedenfalls für alle Deutschtümler und Nationalheldenanwärter, aber es ist halt nichts dran zu ändern.

Deutschland … ist tot.

1913 war es noch sehr lebendig. Wissenschaft, Kultur, Medizin (wir waren die „Apotheke der Welt“) … wir waren recht weit. Und, wie man hörte, demokratischer als die Demokratien der damaligen Zeit. Und sozialer sowieso. Den Bürgern ging es gut, die Linken schimpften über den Kaiser, der Kaiser über die Linken, alle schimpften über die Juden aber man ließ sie am Leben … und außerdem waren sie ja auch alle außerordentlich patriotisch und zumeist streng rechtskonservativ.

1945 war da nicht mehr viel von über. Wissenschaft wanderte dorthin, wo die andern schon waren: in die USA. Dort war das Leben einfach viel angenehmer. Die führende Rolle Deutschlands in der Filmbranche war zuvor schon von Hollywood übernommen worden … mit Hilfe der Exildeutschen, die der Hitlerei erfolgreich entkommen waren. Und wenn ich mir den deutschen Film so anschaue, muß ich sagen … es wächst nicht einfach wieder in gleicher Qualität nach. Jedenfalls nicht so schnell.

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Von dem man nicht spricht – Fortsetzung 1

Wenn man über Depressionen spricht, haben viele die Vorstellung, dass man dann den ganzen Tag trübsinnig und wehleidig rumläuft. Eine Depression ist aber kein konstanter Zustand.

Im April 1954 kam ich in die Schule. Am ersten Schultag wurde ich von meiner Mutter hin gebracht, den Rückweg musste ich schon alleine gehen. Zu dieser Zeit ging ich auch schon alleine einkaufen, alle kleinen Geschäfte waren in einem Umkreis von einem Kilometer und der Verkehr war zu dieser Zeit noch ziemlich überschaubar. Wir wohnten zu dieser Zeit mitten in der Stadt in der Kaiserstraße, nur 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Unser Spielplatz war der Mittelgrünstreifen in dieser Straße, der auch heute noch existiert, da diese Straße eigentlich wie eine Allee angelegt ist, dass südliche Ende wird vom ziemlich großen Verwaltungsgebäude der Bundesbahn begrenzt, das Nördliche nahe des Rheins von der Christuskirche, einem Bau mit einer sehr großen Kuppel. Für ein Kind waren dies damals schon sehr beeindruckende Gebäude, da die restliche Umgebung doch noch mit ziemlich vielen Trümmergrundstücken übersät war. Weiterlesen

Von dem man nicht spricht

Ich heiße nicht Sven Hannawald oder Sebastian Deisler und schon gar nicht Robert Enke und was diese Herren mit ihren Erfolgen im Beruf in die Depression getrieben hat, kann ich nicht beurteilen. Auch ist die Psyche eines jeden einzelnen Menschen individuell gestrickt. Weiterlesen

Rückblick: Der wahre Mut

Von Manuel Zava

„Der wahre Mut“ oder auch „Mut aus Verzweiflung“ ist ein Titel aus dem Muskelkater, der mich am 11. Dezember 2009 dazu reizte, ihn cross zu übernehmen und heute noch überzeugt bin, dass er immer noch kein Oldie ist, sondern voll den heutigen Verhältnissen entspricht. Es ist eigentlich eine moderne Fabel, die witzig daher kommt und vom Mut dreier angetrunkener Mäuse berichtet. Hier als Retrospektive zuerst die Geschichte und dann die damaligen Bemerkungen des Muskelkaters:

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Vier Mäuse sitzen in einer Kneipe. Nachdem sie schon einiges gebechert haben, fangen sie an zu prahlen, wie mutig sie doch seien.

Die erste Maus sagt: „Ich gehe jetzt nach Washington ins Weiße Haus und schmeiße diesen Obama raus!“

Sagt die zweite: „Und ich gehe nach Moskau in den Kreml und geige denen mal meine Meinung!“

Die dritte Maus meint selbstbewusst: „Pah, ich gehe nach Berlin und werde der neuen Regierung mal sagen, was für Geier sie sind!“

Die vierte Maus war bisher still in der Ecke gesessen und schüttelt nur mit dem Kopf vor soviel Prahlerei: „Ihr seid doch alles reine Feiglinge. Ich werde jetzt in die Küche gehen, um die Katze zu verschlagen!!!“

http://muskelkater.wordpress.com/2009/12/05/der_wahre_mut/

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Fazit (von Martin Schnakenberg): Es ist nur eine moderne Fabel. Gibt uns aber zu denken, wenn wir unseren eigenen Mut betrachten. Denn auf die schimpfen und die bekämpfen wollen, die weit weg von uns sind … da ist es leicht, mutig zu sein. Vor unserer eigenen Haustür zu kehren, ist schon erheblich schwieriger. Und auch, wenn die obige Geschichte witzig klingt, spiegelt sie doch genau dieses wieder. Was wäre wenn, ist hier die Frage. Sind wir dann auch noch so mutig, wenn wir direkt im Weißen Haus dem Präsidenten der USA gegenüber stehen? Oder sind wir es nur da, wo wir nichts zu fürchten haben?

Ich als Blogger kann meinen Unmut äußern, weil ich weiß, dass ich eine breite Öffentlichkeit hinter mir habe, die so oder so ähnlich denkt und reagiert. Aber würde ich es auch wagen, wenn ich wüsste, daß ich alleine auf weiter Flur wäre?

Die letzten Jahre haben uns bewiesen, wie schwer es ist, vernunftbegabt zu handeln, wenn an der Regierungsspitze Gesetze ausgehandelt werden, die gegen das eigene Volk gerichtet sind. Es hat mal einer geschrieben: „Wahlen wären schon längst verboten worden, wenn sie etwas bewirken würden“. Deshalb auch die zunehmende Wahlverdrossenheit. Aber wir meinen ja immer noch, dass es ja nur besser werden kann. Das dieses eine Fehleinschätzung ist, merken wir an den jüngsten Tagen immer mehr. Das braucht hier nicht noch einmal extra erwähnt werden.

Genau deshalb entstehen auch so viele Satiren und Anekdoten, weil man weiß, dass man nichts „gegen die da oben“ ausrichten kann. Dass man einer übermächtigen Lobby gegenüber steht, die einem jederzeit „das Genick brechen“ kann und man deshalb einfach seinen Humor bewahren muss, auch wenn die Situation noch so ausweglos ist. – Um wieviel mutiger ist dann also die vierte Maus, die einfach nur in die Küche geht…

Oder, wie es Charlie Chaplin mal ausdrückte: „Der wahre Humor kommt aus einem Herzen voller Bitterkeit!“

Dem Satz ist nichts hinzu zu fügen.

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Die Adresse der Pusteblume: http://zavablog.wordpress.com/2009/12/11/der-wahre-mut/

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Rückblick: Zahlen der Meere

Von Martin Schnakenberg

Eine der Daseinsberechtigungen eines Netzwerkblogs besteht darin, eine Übersicht der neuen Artikel der dem Netzwerk angeschlossenen Blogs zu geben, was meist durch ein RSS-Feed geschieht (siehe am linken und rechten Rand dieses Blogs). Eine weitere Aufgabe ist aber auch, ältere Artikel, die noch gültig sind, wieder in Erinnerung zu rufen. So auch hier, wo ich einen Artikel, den ich im Jahre 2009 schrieb, nochmal in Erinnerung rufen möchte. Aber Vorsicht: die angegebenen Zahlen stimmen heute wahrscheinlich nicht mehr, können aber immer noch einen guten Vergleich standhalten.

 

14.000 Standardcontainer schultert das größte Containerschiff der Welt, das demnächst ausgeliefert wird. Es stößt die „Emma Maersk“ vom Thron, die auf 397 Meter Länge nur 11.000 Container unterbringt. Es gibt Pläne für 18.000-Container-Pötte, allerdings könnten sie mit 21 Meter Tiefgang nur wenige Häfen anlaufen. Insgesamt fahren weltweit 6058 Containerschiffe, 200 davon liegen derzeit infolge der Finanzkrise arbeitslos vor Anker. 90 Prozent aller Waren im Welthandel werden auf dem Seeweg transportiert. Weltweit sind 50.000 Handelsschiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Damit sie mit bis zu 46 km/h durch die See pflügen können, haben sie bis zu 100.000 PS starke Motoren. Mit einem Wirkungsgrad von über 50 Prozent sind die langsam drehenden Zweitakter die Nummer eins unter den Wärmekraftmaschinen. Allerdings verbrennen sie Schweröl, zähflüssigen Bodensatz aus Raffinerien, mit bis zu 4,5 Prozent Schwefelanteil hochgiftig – Autodiesel dagegen hat nur 0,001 Prozent. Große Frachter verfeuern täglich 300 Tonnen Treibstoff zum Preis von 60.000 Euro. Die stählernen Riesen stoßen im Jahr rund 1.200.000.000 Tonnen CO² aus – das doppelte der Luftfahrt. Hinzu kommen 20.000.000 Tonnen Schwefel- und 37.000.000 Tonnen Stickoxide. Wissenschaftler behaupten, dass die Abgasschwaden pro Jahr 60.000 Todesopfer fordern.

Besonders betroffen von der Giftlast sind dicht besiedelte Hafengebiete. Dabei könnte die Schiffsflotte mehr als die Hälfte des Treibstoffs einsparen. So würden Generatoren, die Strom aus dem heißen Abgasstrom gewinnen, den Verbrauch um bis zu 12 Prozent senken. Moderne Propeller die an ihren Spitzen wie Flugzeugflügel steil aufragen, verbesserten die Bilanz um 4 Prozent. Zwei kleinere Hauptmotoren statt eines großen Motors senkten den Verbrauch um 5 Prozent. Das Umfahren spritfressender Schlechtwetterzonen und der Einsatz reibungs-minimierender Rümpfe brächten weitere 20 Prozent; mehr noch, wenn Containerschiffe ihre sperrige Fracht mit Planen abdeckten. Ein 20-Knoten-Tempolimit auf See, das sind 37 km/h, könnte den Energiehunger nochmals um 50 Prozent senken.

Derzeit werden 4000 neue Schiffe geplant. Durch Einbau der neuen Technologien ließen sich pro Jahr 202.000.000 Tonnen CO², 6.200.000 Tonnen Stickoxide und 3.300.000 Tonnen Schwefeloxide vermeiden – mehr noch durch Einsatz alternativer Energien, die jetzt auch auf See Schule machen. Die „E-Ship 1″ zum Beispiel setzt auf Wind und will über die Hälfte an Treibstoff sparen. Statt Segel hat das Schiff 4 Zylinder. Sie werden motorisch in Drehung versetzt und erzeugen Saug- und Staudruck. Der in Planung befindliche 130-Meter-Frachter wird der modernste Segler der Welt.

Man vergleiche bitte: Das zurzeit größte Solarschiff der Welt, die „Planet Solar“, hat ein 180 Quadratmeter großes Deck mit Photovoltaikzellen und … es fährt zum Nulltarif.
(Quelle: http://www.marisec.org/shippingfacts)

 

Achtung: Dieser Artikel erscheint als Rückblick und wurde am 14.05.2009 zum ersten Mal im Muskelkater veröffentlicht. In der Zwischenzeit kann sich einiges ge- und verändert haben!