“Mutti”, die Konservativen, die Energiewende … und ich

Das Springer-Blatt, die WELT, motzt gegen unsere Regierung. In diesem Fall gegen die Energiewende. Die Töne in den Medien werden immer schärfer, auch vom politischen Gegner. Nur bei dem ist so was eigentlich relativ normal, zumal wir ja schon wieder einmal Wahlkampf haben, auch wenn so manche unserer Politiker dies für gar nicht gut halten, denn es dauert ja immerhin noch gut ein dreiviertel Jahr bis zur Bundestagswahl. Aber im Januar 2013 (mein Gott, jetzt habe ich doch glatt den Maya-Kalender vergessen) wird immerhin auch in Niedersachsen gewählt, nur zählt diese Wahl zu den sogenannten Nebensächlichkeiten des politischen Lebens.

Während ich mich hier durch einen Wortsalat quäle, gehen mir natürlich so manche blöden Gedanken bezüglich unserer Kanzlerin, “Mutti” genannt, durch den Kopf. Gestern war zum Beispiel ein Thema des am Montag beginnenden Bundesparteitages der CDU in aller Munde, wo ich mich dann schon gefragt habe, was diese Einstellung der sogenannten Konservativen in der heutigen Zeit eigentlich noch verloren hat. Mein spezieller Kommentar auf Google+: “MENSCHEN bei der CDU in der Auf- oder Abwertung? … Absolutes ‚No Go‘ …”

Was soll man auch bei einer solch schwachsinnigen Denke anderes schreiben. Diese konservativen Flitzpiepen nennen sich christlich, aber ihr Denken gerade in solchen Fragen ist mehr als nur einfach dämlich, es ist inhuman und immer wieder stelle ich mir die Frage, wie solch ein Denken überhaupt zustande kommen kann, denn geboren wird ja niemand mit einem solch blöden Kopf, meistens wenigstens. Andererseits sind die politischen Gegner auch nicht besonders besser. Ideologien sind angelernt. Ich merke es ja auch ganz besonders bei mir selbst.

Ich zum Beispiel lese regelmäßig den “Nachrichtenspiegel” und dabei hauptsächlich die Artikel und Beiträge vom Eifelphilosophen. Bei den meisten seiner Beiträge kann ich einfach vorbehaltlos zustimmen, aber es kommen auch Artikel aus seinem Computer, da frage ich mich dann schon, was er zu diesem Zeitpunkt gerade mal ‘möglicherweise’ wieder eingeworfen hat. Natürlich lese ich diese Beiträge auch, komme aber über ein Kopfschütteln dann nicht mehr hinaus. Sie sind einfach krude und völlig von der Rolle. Muss wahrscheinlich bei einem denkenden Menschen ab und an vorkommen, damit er nicht total wahnsinnig wird. Auch ich muss ja manchmal ziemlich rumspinnen. Wirkliches Leben hat keine klare Kontinuität und die Schreibe vom Eifel ist ja auch nichts für einfach gestrickte Gemüter. Damit meine ich jetzt aber nicht, dass man einen Hochschulabschluss braucht, um die Beiträge vom Eifel zu verstehen, aber man sollte sie niemals einfach überfliegen. Manches muss man sogar mehrmals lesen, bis man es begriffen hat.

Aber sollte man Philosophie als so einfach gestrickt ansehen? Ich selbst bin ja kein Philosoph, darf und muss also auch solche Fragen stellen. Natürlich zwingt mich keiner dazu, außer ich selbst, aber wenn ich durch Nachdenken zu bestimmten Lösungen komme, die ich dann auch praktisch umsetzen kann, dann versuche ich dies natürlich auch. Bei sogenannten Philosophen bin ich mir dann darüber aber nicht ganz so sicher. Das sogenannte Wissen um die Unzulänglichkeiten des Menschen und der Lebensumstände ganzer Völker (eigentlich völlig dämlich, solches Schubladendenken) und die Umsetzung in klare Handlungen sollte doch eigentlich eher im Vordergrund stehen, als nur die pure Anleitung. Was ich selbst erarbeitet habe, macht mich doch eigentlich viel zufriedener, als nur das reine Wissen um bestimmte Gegebenheiten. Genau dass ist mir auch schon durch einen meiner Brüder klar geworden, der mich wohl kritisiert hat, mich aber nur damit geärgert und nicht beflügelt hat.

Günter Beyer sagt:

29. November 2012 um 00:32

Mein Gott……. wie verbittert muß ein Mensch sein, um solch einen Sermon von sich zu geben???

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Antworten

  • AlterKnackerAlterKnacker sagt:

    29. November 2012 um 02:23

    Hallo Bruder, es ist immer wieder sehr ‘erleuchtend’, von Dir in dieser Form zu lesen und Dein Unverständnis zu spüren. Man wird es eigentlich oft genug gar nicht glauben, dass wir mal zusammen aufgewachsen sind und auch viel, besonders in unseren jungen Jahren, ‘gemeinsam’ so einiges durchgemacht haben. Schon als ich in meinem Privatblog den Brief an Dich veröffentlicht habe (http://alterknackers.wordpress.com/2012/04/21/ein-brief-an-meinen-bruder/), hoffte ich noch, eine gewisse Empathie wieder aufbauen zu können. Dass kann ich mir wohl schon aus dem einzigen Grund abschminken, da Du bisher nicht geantwortet hast.

    Wir werden wohl immer in verschiedenen Galaxien leben und selbst unsere Sprache ist eigentlich nicht die gleiche, ebenso wie unsere Interessen.

    Ich habe ja inzwischen erfahren müssen, dass so ein ganz stinknormales Leben ganz plötzlich zu Ende sein kann und darum habe ich für mich persönlich entschieden, dass jeglicher Besitz (bis auf diverse sogenannte Kleinigkeiten) eine dämliche Belastung ist und ich ihn nicht mehr brauche. Dafür habe ich heute andere Interessen und Vorstellungen vom Rest meines Lebens. Wenn Du schreibst, ich wäre nur noch verbittert, dann kann ich Dir hier und jetzt sagen, JA und NEIN.

    Durch einen einfachen Zufall bin ich in die Lage gekommen, einem anderen, mir völlig fremden Menschen zu helfen. Ich habe es einfach gemacht, nach kurzem Nachdenken und Du kannst den Beginn der Story jetzt nachlesen:

    Tue Gutes … und sprich auch darüber. Dabei bin ich wirklich kein sogenannter Gutmensch. Nur so als Beispiel: Vor zwei Tagen sprach mich ein Bekannter an, ob ich nicht für einen seiner Kunden eine 1-Zimmer-Wohnung wüsste. Da ich selbst schon seit eineinhalb Jahren suche und nichts finde als Grundsicherungsempfänger im Alter, erklärte ich dem Suchenden meine eigene Situation und auch, wo ich inzwischen wohnte.

    Der gute Mann kam auch, wie ich damals, aus Österreich, hatte sich mit seiner Freundin überworfen und kam zurück nach Deutschland, hierher nach Passau. Fünfzig Jahre alt und von Beruf Koch. Er will hier neu anfangen.

    Da er mich rein menschlich irgendwie ‘ansprach’, ließ ich meine eigene Angst einfach gar nicht zu und schlug ihm vor, mit zu mir zu kommen. Zwei Tage bzw. Nächte würde ich es schon aushalten in den neun Quadratmetern, welche ich in der Danziger Straße bewohne, mit einem Mitbewohner. Es war eine rein menschliche Entscheidung, da die Nächte hier in Passau ja auch immerhin schon unter Null waren und sind. Trotz dieser reinen Bauchentscheidung war es schon eine Herausforderung.

    Inzwischen ist ein dritter Tag hinzu gekommen. Gestern, am 12.11.2012 war wir zusammen zuerst in Stadt, um verschiedene Stellen anzulaufen, damit den sogenannten Behörden Genüge getan wurde, aber schon der Besuch bei der Caritas holte uns sehr brutal auf den Boden der Tatsachen zurück. Oh, zuerst war alles sehr sachlich und informell, aber schon das Gefühl bei uns beiden, welches wir später, nach dem Besuch feststellten, war rein menschlich mehr als ernüchternd. Es herrschte eine Gefrierschrankkälte bei der Frau, an die man uns vorher verwiesen hatte. Von sogenannter christlicher Nächstenliebe, in der auch eine gewisse Freundlichkeit enthalten sein könnte und sollte, war deren Verhalten wirklich nicht geprägt. Mein erster Eindruck war: alles nach Vorschrift, aber absolut keine Flexibilität. Der ‘Weg’, den der Betroffene gehen sollte, war so ‘betoniert’, als wären die ‘gebauten Mauern’ einfach ein Naturgesetz, also unabänderlich. Selbst ein Hinweis meinerseits auf eine gewisse Menschenwürde wurde einfach ignoriert. So ist eben das neue Deutschland im Jahre 2012. Wer ‘unten’ ist, hat sich gefälligst auch so zu verhalten. WIR sind inzwischen wieder ‘Untertan’.

    Die sogenannten ‘Richtlinien’ besagen: Wer obdachlos ist, kann fünf Nächte bei der Caritas in deren sogenannter ‘Herberge’ übernachten. Tagsüber, von 8:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends hat man das Haus zu verlassen. Man bekommt auch noch ein Tagegeld von 12 €uronen und ein paar Zerquetschten. Da es ja inzwischen nicht mehr besonders angenehm mit der Witterung ist oder deutlicher ausgedrückt, es ist saukalt, kann man sich im Freien nur noch aufhalten, wenn man von A nach B geht. Für Menschen, welche eigentlich keinen Besitz mehr haben bzw. nur ganz wenig, heißt dies eigentlich nur, ständig mit seinem ‘Päckchen’ in Bewegung bleiben und dabei in dieser Jahreszeit auch noch frieren.

    Ich persönlich hätte jetzt eigentlich gehen können, denn mein neuer Bekannter hatte ja jetzt eine sogenannte Perspektive. Aber genau dass konnte und kann ich nicht. Allein das Wissen, dass dieser Mann dann stundenlang entweder durch die Stadt latschen wird und friert und selbst wenn er sich mit seinem wenigen Geld irgendwo aufhalten kann, wo es warm ist, aber er ansonsten einfach nur allein ist, dieses Wissen würde mir so einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen und ich würde mich einfach nur beschissen fühlen. Hinzu kommt natürlich auch das Wissen, dass er sowieso bei UNS in der Danziger Straße landen wird, denn eine positivere Perspektive ist so einfach nicht in Sicht. Kein Besitz, kein Obdach, nur ganz wenig Geld und dann auch noch die Tatsache, niemanden zu kennen, keine beglückenden Aussichten. Im Gegensatz zu ihm bin ich ja dann wahrlich reich.

    Wir entschieden uns, wieder zu mir zu gehen und am anderen Tag den Weg dann frei zu machen für ein Zimmer hier in der Danziger Straße, was inzwischen, also heute, auch geklappt hat. Die drei Tage und Nächte auf engstem Raum waren wohl zum Teil sehr schwierig für uns beide, aber wir haben sie überlebt und dass ist für meinen Teil die Hauptsache. Ich kann mich im Spiegel anschauen, ohne ein mieses Gewissen.

    Ich kann in der Theorie noch so sehr gegen bestehende Ungerechtigkeit schreiben und reden, aber erst konkrete Taten ohne Einschränkungen zeigen dem, der die Hilfe braucht, dass er nicht allein auf dieser Welt steht. Reden, Schreiben und Handeln müssen immer Hand in Hand gehen. Schon mehrmals in meinem Leben musste ich auch sogenannte Niederlagen einstecken, weil ich auch trotz meiner direkten Hilfe enttäuscht wurde und doch mache ich es einfach immer wieder, wenn ich das Gefühl habe, es ist notwendig. Wenn ich nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht wäre, wäre ich möglicherweise inzwischen wohlhabend, aber ich würde mich auch ziemlich beschissen fühlen. Und trotzdem bin ich kein Gutmensch. Darauf scheiße ich.

    Ich habe Dir dies jetzt nur als Beispiel geschrieben, damit Du mal einen Eindruck in meine eigene Denkweise bekommst. Reden und schreiben tun viele, direkt handeln ist nur wenigen gegeben.

    Verbitterung kommt aus der gemachten Erfahrung und diese Erfahrungen versuche ich einer sogenannten Nachwelt zu hinterlassen. Wenn ich heute abtrete, wird etwas bleiben, was auch noch in hundert Jahren irgend jemand nachlesen kann und er/sie kann daraus positive wie negative Schlüsse ziehen, oder auch nicht. Schreiben und dadurch auch formulieren ist inzwischen zu einen echten Leidenschaft geworden. Und was Du als Sermon bezeichnest, ist ein winziger Augenblick in einem Leben, dass sich genau in wenigen Augenblicken so angefühlt hat. Wie man diesen Augenblick nennt, entzieht sich meiner Kenntnis, denn dafür fehlt mir einfach die Ausbildung und auch das dazu gehörige Wissen, nach acht Jahren Volksschule auch kein Wunder. Dass ich auch trotz der Defizite mich in einer verständlichen Form ausdrücken kann, habe ich meine steten Lernbereitschaft und auch in gewisser Weise meiner Neugier zu verdanken. Und natürlich auch meinem Selbstwertgefühl, auch wenn Du mir dies mit Deinem Kommentar absprichst.

    Natürlich trifft es mich, aber wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich es auch abschütteln wie Wasser bei einem Hund, der gerade aus einem See kommt.

    Ich kann Dir nur wünschen, dass Deine sogenannte Hinterlassenschaft, wenn Du mal abtrittst, Dir niemals das Gefühl gibt, Du warst unnütz. Du hast dann wohl existiert, aber wirklich gelebt hast Du dann meiner Meinung nach nicht, und damit ist kein äußerer Besitz gemeint.

    So wie Du lebst und bisher gelebt hast, war niemals mein Ding und Deine Gedanken niemals meine und dass ist gut so.

Quelle: Hier weiterlesen

Natürlich sollte ich auch noch mehr lesen von und über Philosophen, aber dafür brauche ich auch ein bestimmtes Feeling und dies ist halt nicht immer vorhanden und wenn, dann fehlen mir doch auch ganz bestimmte Bücher. Theorie ist für mich schon wichtig, aber noch wichtiger ist für mich die Praxis. In ihr habe ich in meinem Leben am meisten gelernt und das Gelernte auch anwenden können.

Immer wieder kommt es vor, dass man mich fragt, warum ich nicht aktiv in die Politik gehen, um dann zu versuchen, etwas zum Positiven zu verändern. Aber dass würde niemals gut gehen, denn ich kann nicht einfach so frei reden, wie dies in diesem Metier gebraucht wird. Mein eigenes Rumgestottere würde mich sehr schnell als Dilettanten entlarven. Und es käme noch ein wichtiger Aspekt hinzu: meine Einstellung zu bestimmten Gemeinschaftsformen. Ich halte es mit Groucho Marx: “Wer mich als Mitglied in einem Club aufnimmt, diesem Club möchte ich nicht angehören”. Ich bin nicht Universal-Team fähig. Ich habe wohl in Teams in meinem Berufsleben gearbeitet, aber dies waren fast ausschließlich Teams im technischen Bereich und konnten so auch nur funktionieren. Meine Empathie gegenüber Menschen war fast mein ganzes Leben begrenzt durch fehlendes Vertrauen und das Misstrauen wurde oft genug einfach durch gewisse Verhaltensabläufe auch noch bestätigt. Zuviel auf die Schnauze zu bekommen, schafft einfach Abstand. Trotz der vielen negativen Erfahrungen habe ich aber niemals aufgegeben, zu leben, denn ich lebe gern und will auch noch einige Zeit einfach durchhalten. Sterben zu müssen ist für mich zuerst einmal einfach ungerecht. Und leben wollen ist egoistisch, dass ist mir bekannt. Scheiß drauf.

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