Vergangenheit – möglicherweise erst Teil 1

Der FIWUS verlangt ständig nach neuem Futter, aber ich persönlich kann nicht nur über das aktuelle Geschehen schreiben und meine Bewertungen abgeben, ich muss auch die Möglichkeit haben, meine Texte nach meinem Bauchgefühl zu gestalten. In meinem Kopf geht mehr vor, als nur der Schlagzeilen-Dschungel so her gibt.

Eigentlich sollte ich ja eher über die Zukunft schreiben, aber habe ich denn noch eine? Sagen wir mal so; ich bemühe mich immer noch, eine Zukunft zu finden, mit bald 65 Jahren und schon einem Herzinfarkt hinter mir, vor einem Jahr. Der FIWUS ist für mich Zukunft, was aber so kommt, ist Spekulation. Wenn die Worte aber in den Computer ‘fließen’ oder auch manchmal nur ‘tröpfeln’, dann sagt die Vergangenheit viel zu oft ‘Guten Tag’, setzt sich hin und will sich in meinem Kopf austoben. Geht wahrscheinlich vielen meinen Generation so. Und den Generationen davor. Die Zukunft ist also ungewiss, außer man hat viel Phantasie oder man nimmt sich die Zeit und liest Beiträge im Nachrichtenspiegel.

Solche Beiträge wie vom Eifelphilosophen bringe niemals zustande und dass ärgert mich manchmal schon. Schon als Kind las ich sehr viel, aber es war nie genug. Ich kann wohl formulieren, aber ich entdecke immer wieder, wie wenig ich doch weiß, wenn ich an einem Text sitze. Texte sollen auch anregen und fesseln.

Lesen ist auch harte Arbeit. Bei Romanen kommt es auch heute noch vor, dass ich noch einmal von vorne anfange, auch wenn ich schon die Hälfte eines Buches gelesen habe. Wenn meine Augen über die Zeilen fliegen, nehme ich auch immer wieder statt des Textes den Aufbau des Geschriebenen wahr, also die sogenannte Technik des Autors. Dabei verliere ich dann natürlich den Faden des Geschehens und muss daher von vorne anfangen. Auch muss ich immer wieder daran denken, wie oft ich Prügel dafür bekam, eine aufgetragene Arbeit nicht erledigt zu haben, nur weil ich mich in einem Text ‘verloren’ habe.

In jungen Jahren habe ich Musik gemacht, ich habe mich am Schlagzeug versucht, Vorbilder gab es ja genug, aber dann habe ich selbst erkannt, dass ich immer nur mittelmäßig sein würde. Als ich so um die 20 herum war, schrieb ich auch Texte für Lieder, kein einziges hatte eine Zukunft, ich weiß nur dass, aber nicht, was ich damals so ‘verbrochen’ hab. Kein einziger Text hat auch nur irgendwie ‘überlebt’. Vieles aus meiner Vergangenheit ist verloren, auch aus meinen Erinnerungen, das Meiste natürlich auch verdrängt, weil es nicht immer nur angenehm war. Als ich mit 20 Jahren ein Jahr Jugendstrafe in Siegburg verbüßte (ich gehöre noch zu der Generation, welche erst mit 21 volljährig wurde), fiel mir durch Zufall ein Buch über Gen-Forschung in die Hände. Zuerst dachte ich, was soll ich damit, von dieser Materie habe ich keine Ahnung, das Buch war voller Begriffe, welche ich noch niemals im Leben gehört oder gelesen habe und darüber hinaus wirkten sie wie ‘böhmische Dörfer’, aber irgendwann war meine normale, damals absolut banale ‘Literatur’ quasi aufgebraucht, gelesen und ich nahm mir dieses Buch vor. Als ich die ersten intellektuellen Hürden mit wirklicher Mühe überwunden hatte, las sich dieses Buch wie ein Krimi und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Leider weiß ich heute, nach 45 Jahren den Titel nicht mehr, aber die Erinnerung daran ist immer noch vorhanden und seit dieser Zeit habe ich auch keine Angst mehr vor wissenschaftlichen und technischen Texten.

Meine sogenannte Biographie ist wohl angefangen, aber bisher nur bis zum Kapitel 5 gekommen (und auf meinem Privat-Blog auch gekennzeichnet). Der November 2010 war schon ein sehr depressiver Monat gewesen, auch weil ich zu diesem Zeitpunkt ahnte, dass ich meine Dobermann-Dame verlieren werde. Es war wirklich nur eine Ahnung, denn ich hätte auch zu diesem Zeitpunkt nichts mehr unternehmen können, der Krebs war bei ihr schon zu weit fortgeschritten, obwohl ich insgeheim doch noch Hoffnung hatte.

Ich habe mich nie als normal agierenden Menschen angesehen und wenn so ich in Gedanken bin, dann spielt auch immer Besitz eine Rolle, heute natürlich wesentlich weniger, als es früher als Jugendlicher für mich wichtig war. Hängt wohl auch damit zusammen, dass Besitz in meiner Familie nur für die Erwachsenen, die ‘Eltern’ zur Verfügung stand. Besitz war für uns Kinder sakrosankt. Bei meinen Geschwistern ist es ähnlich, nur sind sie sich dieser Tatsache eigentlich nie wirklich bewusst gewesen, für sie war Besitz wichtig, aber wirklich genießen konnten sie ihn auch nicht. Die Devise: mein Haus, mein Auto usw. waren die Götzen, welche man anbetete.

Vor wenigen Tagen habe ich einem Bekannten meinen großen Computer gegeben, weil ich nur noch den Laptop oder für unterwegs den Nettop benutze. Ich habe wohl beide Festplatten ausgebaut, weil sie voll sind mit Filmen und Musik, aber bei den Filmen habe ich die meisten schon mehrmals gesehen, es ging mir bisher fast nur um den Besitz allein. So war es auch schon vor 30 Jahren zum Beispiel, als ich drei Ivar-Regale mit 2,50 Meter Höhe voll mit Langspielplatten hatte, zirka 3500. Besitz. Ich kannte wohl jede Platte, wusste oft genug, wo welche Lieder drauf waren, aber das wichtigste war einfach der Besitz. Ich bin und/oder war ein Hamster. Dass ist mein ureigenster Knall, den ich habe.

Besonders schlimm war ich früher bei neuster Technik. Stereo-Anlage, natürlich niemals von der Stange gekauft. Einzelstücke. Dann die Video-Recorder, Panasonic war das Non-Plus-Ultra, kamen neue Geräte auf den Markt, ich musste sie einfach haben. Und zu Beginn dieser Video-Zeit war das Kopieren von Filmen einfach Normalität, ich hatte natürlich immer die besten Kabel zum kopieren. Freunde und Bekannte wurden mit den neusten Filmen aus der Videothek versorgt, es ging mir nie um ein Geschäft. Geld habe damit nur während meiner Zeit im Fürstentum Liechtenstein verdient, in der Schweiz, von 1986-1988. Fünfzigtausend Schweizer Franken pro Monat, zwei Jahre lang, dann wurden Copyright-Gesetze auch dort eingeführt, bzw. geändert. Das erste Mal in meinem Leben, in dem ich wirklich gutes Geld verdiente, aber es mir auch richtig hart erarbeiten musste.

Und obwohl ich in dieser Zeit meinen technischen Besitz vergrößern konnte, mit Geld konnte ich nie besonders gut um gehen. Ich hatte wohl Besitz, aber das Geld rieselte durch meine Finger wie trockener Sand. Ich hatte mir wohl zu diesem Zeitpunkt auch eine komplette professionelle Kamera-Ausrüstung zugelegt und konnte in Deutschland Ende 1988 wieder als Kameramann einsteigen, aber dann verzockte ich mich auch prompt mit einem Projekt, dass ich erst einmal aus der eigenen Tasche finanzierte, aber dann einfach nicht in der Lage war, für dieses Projekt die richtigen Sponsoren zu finden. Also hieß es wieder, Aufträge als Kameramann für verschiedenste Sender zu bekommen, Kleinkram wie Interviews, kleine Beiträge für Privatsender, nur sehr selten wirkliche Arbeiten zu machen, welche auch das künstlerische Herz befriedigten. Bei meinen Aufträgen für Opel konnte ich schon etwas gestalterischer arbeiten. Vier Jahre ging dies gut, dann war mit einem Mal Schluss. Die Aufträge blieben aus, es war kein Geld mehr im Markt für freie Kameramänner.

Ende Teil 1, nur wann es weitergeht, steht latürnich in den Sternen.

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