Leben in Faulheit?

Eigentlich lautet ja die Grundsatzfrage im menschlichen Leben: Warum leben wir? Nur um zu arbeiten, nur zu schuften, bis zum Umfallen? Oder um einen Lenz zu schieben? Fragen dieser Art sind so alt wie die Menschheit insgesamt und die Philosophen unter der Spezies Mensch haben sich daran garantiert schon die Zähne daran ausgebissen. Leben UND Arbeiten passen eigentlich zuerst einmal gar nicht zusammen. Leben wir, um zu arbeiten oder arbeiten wir, um zu Leben? Mit dieser Frage beschäftige ich mich schon so lange, dass ich heute einfach nicht mehr weiß, wann ich sie mir zum ersten Mal gestellt habe, aber ich denke, es war schon in meiner Kindheit, denn von Haus aus war ich immer unter dem Druck schon von meinen Eltern, irgendwelche ‘Leistungen’ zu erbringen. Wenn ich dem nicht nach kam, setzte es Prügel, also Zwang. Wer sich jetzt fragt, wie ich auf dieses Thema heute gekommen bin, muss sich den neusten Beitrag vom Eifelphilosophen zu Gemüte führen.

Ich zum Beispiel habe heute mal wieder etwas länger geschlafen, bis 10:00 Uhr, ich bin ja immerhin Rentner, habe somit keine Verpflichtungen und heute auch keine Termine und ich denke, ich kann mir solche Annehmlichkeiten einfach leisten. Während meiner Berufstätigkeit habe ich mir ab einem gewissen Alter einfach antrainiert, morgens meinen Wecker zu hören, zu christlichen und auch unchristlichen Zeiten mein Bett zu verlassen und meine Arbeitsstelle auf zu suchen, ganz egal, wie ich mich auch sonst gefühlt habe und dies kann eigentlich jeder Mensch irgendwie bestätigen, Lust hat man nicht jeden Tag auf solch eine Tretmühle. Wir alle haben uns mehr oder weniger diszipliniert. Allein diese Disziplin lässt uns funktionieren. Aber funktionieren heißt für mich nicht, zu leben.

Leben sollte und soll ja auch in erster Linie Freude und Zufriedenheit bereiten. Das passt natürlich nicht in Konzepte von sogenannten Mächtigen oder Machthabern, aber auch Religionen, welche diese in ihren sogenannten Ideologien nicht vorsehen. Ora et labora – bete und arbeite, mit solchen Sprüchen werden Menschen diszipliniert, zum Beispiel von Religionen wie der christlichen. Jesus zum Beispiel hat wohl eine Zeit lang als Zimmermann gearbeitet, danach aber hat er gelebt und gedacht und gepredigt, gearbeitet im heutigen Sinne hat er nicht mehr, da er ja auch kaum weltliche Bedürfnisse hatte. Da er sehr genügsam war, konnte er auch auf sehr viele irdischen Dinge verzichten. Das ist aber in unserer heutigen ökonomisierten Welt einfach nicht mehr möglich, denn wir müssen konsumieren. Dieser Konsum wird auf vielerlei Arten geweckt und durch Menschen dann ausgenutzt. Wer hierbei aus der Reihe tanzt, wird sehr schnell als Schmarotzer gebrandmarkt und somit zum Außenseiter deklariert. Darum geht es in der Welt der Arbeit auch fast niemals wirklich fair zu. Während ich an diesem Beitrag sitze und schreibe, kam gerade eine Benachrichtigung zu einem Blogbeitrag, der diesen Beitrag hier schon bestätigt, ohne dass er bisher veröffentlicht ist. Leben und Arbeiten ist halt immer ein so vielfältiges Thema, dass ich mich eigentlich gar nicht traue, mir Gedanken darüber zu machen, wie viele Bücher und Beiträge darüber schon veröffentlicht wurden. Ich denke mir, dass man bei solch einem Nachdenken schon mehr als schwer ins Grübeln kommen kann.

Nimmt man den Beitrag vom Eifelphilosophen, dann diesen hier und die Tatsache, dass in Davos die Mächtigen dieser Erde über die Ökonomie und die Arbeit als solche in Verbindung mit den damit verbundenen Finanzen debattieren, dann hat man eigentlich das ganze Dilemma der Menschheit vor Augen. Vom wirklichen und echten Leben ist da keine Spur mehr zu erkennen. Arbeit in der heutigen Form ist Gewalt am Leben und Gewalt muss immer geächtet werden.

Wir arbeiten, um zu leben … und nicht umgekehrt!

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